Hannah, Grace und die Wurmkiste von www.wurmkiste.at
#tierlieb

Wurmkiste Update: Besucher in der Wurmkiste

Lesedauer: 4 Minuten

„Wie geht’s denn euren Würmern?!“, fragte mich meine Oma vor kurzem.
Sie war ganz interessiert daran, wie es unseren 500+ Mitbewohnern in ihren ersten drei Monaten bei uns ergangen war.
„Gut, gut. Ich glaub die sind alle happy“, antwortete ich ihr, „Sie futtern fleißig unseren Biomüll“. Etwas zögernd fügte ich dazu: „Naja, wir hatten auch schon einige Besucher in der Wurmkiste. Das fand Jörn gar nicht prickelnd. Komm, ich erzähl es dir in Ruhe….“

In diesem Blogeintrag verrate ich dir heute, was ich meiner Oma erzählt habe: Welche Besucher hatte unsere Wurmkiste bereits und wie haben wir darauf reagiert? Ich beantworte die Frage, wie Urlaub mit Wurmkiste aussehen kann – und erkläre, warum unsere Würmer häufiger draußen im Garten stehen.


1. Schimmel

Der erste „Besucher“ in unserer Wurmkiste war weißer Schimmel. Ich entdeckte ihn beim täglichen „Füttern“. Ich hatte die Bioreste vom Abendessen in einen kleinen Teller getan und wollte sie grade unter der Hanfmatte verteilen, da sah ich die weißen Flecken. Unsere Wurmkiste war zu dem Zeitpunkt drei Wochen bei uns. Ich zückte das kleine Wurmkiste-Handbuch. Dort stand: „Zu Beginn kann die Hanfmatte weißer Schimmel betreffen, da sich die Mikrobiologie noch entwickeln muss“. Wie aufregend, dachte ich mir. Da muss sich grad ein ganz neues Stück Natur, ein Mini-Ökosystem in meiner Wohnzimmer-Kiste entwickeln. Rund 50 Prozent von euch hatten auf Instagram angegeben, dass sie das mit dem Schimmel etwas abschreckt. Gute Quote, denke ich mir jetzt. Es ist völlig ok, dass ich es cool (spannend) finde. Es ist völlig ok, dass andere (wie mein Schatz) es gar nicht mögen.

Was wir getan haben?

Da der Schimmel nur die obersten Fasern der Hanfmatte betraf, habe ich diesen mit einem Tuch abgenommen & entsorgt. Zusätzlich habe ich mit einem Tuch etwas Essig auf die Stelle gerieben. Et voilà, der Schimmel verschwand. Als er noch mal auftauchte, habe ich das Spiel wiederholt. Den Schimmel abgenommen & mit etwas Essig abgerieben. Zudem lüften wir die Wurmkiste jetzt regelmäßig. Dafür stellen wir die Wurmkiste raus auf die Terrasse oder gleich in den Garten. Seitdem kommen wir gut klar.


2. Rote Hornmilbe

Der zweite „Besucher“ unserer Wurmkiste war eigentlich eine kleine Horde roter Hornmilben. Sie traten nach zwei Monaten bei uns auf. Ich hab die Kleinen sofort erkannt, weil eine gute Beschreibung von ihnen im Wurmkiste-Handbuch stand. Winzige „rote Hornmilben sind neben den Würmern wichtige Zersetzer in der Wurmkiste. Wenn es zu feucht ist, treten sie in Gruppen auf. Dort sammeln sie sich meist in den Ecken“, las ich. Genau dies konnten wir beobachten. Es war also etwas zu feucht in unserer Kiste.

Was wir getan haben?

Wir haben mehr Papierschnipsel unter das Futter (Bioreste) gemischt. Die Würmer brauchen nämlich Papier-Fasern in ihrem Futter. Zudem hab ich die Wurmkiste einige Tage draußen offen stehen gehabt und die sichtbaren Milben zerdrückt (shame on me). Danach hatte sich die Überpopulation erledigt & die Milben leben wieder in Gleichgewicht mit den Würmern. Absaugen mit dem Staubsauger musste ich die Ecken nicht.


3. Fruchtfliegen

Die dritten und letzten Besucher unserer Wurmkiste traten nach circa 2,5 Monaten auf. Wir haben Sommer, es ist heiß, wir essen viel Obst. Natürlich sind es: Fruchtfliegen. Für mich absolut keine große Sache, da wir auch ab und an in der Küche welche haben. Für meinen Schatz ein No-Go. „Wenn die nicht verschwinden, fliegt die Kiste raus“, grummelte er. Natürlich sind unsere Würmer noch da. So praktische Helferlein würden wir nicht so einfach verstoßen.

Was wir gemacht haben?

Es gibt viele Tipps & Tricks, wie man Fruchtfliegen loswerden kann. Bei uns waren es anfangs nur ganz wenige. Eigentlich habe ich nur dafür gesorgt, dass oben auf der Wurmkiste stehts eine Matte lag & die Kiste regelmäßig gelüftet wird. Nachdem unsere Würmer die Hanfmatte zu großen Teilen verspeist hatten, liegt nun eine feuchtes Zeitungspapier drüber. Man kann neue Reste (vor allem Obst) mit etwas fertigem Wurmhumus bedecken – oder die Reste vorher in den Kühlschrank legen. Wir kamen so eigentlich klar, bis wir in den Urlaub fuhren…


4. Urlaub

Mein schlaues Handbuch verriet mir, dass wir entspannt zwei Wochen in den Urlaub fahren können, wenn wir nur genügend Futter für die Würmer in die Wurmkiste legen würden. Bei längerer Abwesenheit sollte jemand nach den Würmern schauen und sie zwischendurch füttern. Bei zwei Wochen sollte es mit ausreichend Futter klappen.

Was haben wir getan?

Wir haben die Wurmkiste mit Gemüse (und etwas Obst), mit der Mineralmischung und mit Zeitungsschnipsel für unsere Abwesenheit vorbereitet. Das klappte gut, da wir uns für die Fahrt eh Möhren, Kohlrabi und Co. schnippelten. Da blieb einiges an Resten übrig. Kurz: Sie hatten genug zu futtern.


5. Fruchtfliegen II

Nachdem wir zwei Wochen im Urlaub waren graute es mir etwas Heim zu kommen. Ging es meinen Pflanzen im Hochbeet gut? Wie stand es um die Zimmerpflanzen? Und vor allem wie ging es unseren Würmern in der Wurmkiste?! Wir waren keine 5 Minuten zuhause, da hatten der Jüngste und ich schon die Pflanzen gecheckt & die Wurmkiste in den Garten gebracht. Gemeinsam öffneten wir die Kiste… und wurden von einem kleinen Schwall Fruchtfliegen begrüßt. (Gut, dass mein Schatz sich mit Koffern beschäftigte). Nachdem die erste Horde weggeflogen war, konnten wir die Ergebnisse von zwei Wochen futtern & Abwesenheit erkennen. Das ganze Gemüse war weg, es blieben matschige Reste, um die kleine Fruchtfliegen kreisten.

Was wir gemacht haben?

Ich nahm mir eine alte Tüte und begann, die matschigen Reste zu entsorgen. Ich wollte etwas Ordnung in die Hütte bringen. Nachdem ich das geschafft hatte (und ein paar Obstfliegen zerdrückt hatte), legte ich eine neues, feuchtes Zeitungspapier oben auf die Kiste. In den Tagen darauf, bastelte ich zwei Arten von Fliegenfallen. Eine mit einem Wasser-Essig-Spülmittel-Gemisch und eine aus Papier und Apfel, mit der wir die Fruchtfliegen lebend fangen konnten. Leider funktionierte die Lebend-Falle nicht annähernd so gut wie die mit dem Essig & Spüli.


Stand heute:

Wir füttern die Würmis wieder ganz normal mit unserem Biomüll. Diesen futtern sie wie von Tag 1 an fleißig auf. Für die Fliegen steht eine Essig & Spüli Mischung IN der Wurmkiste. Diese entnehme ich alle 1-2 Tage und trage die Wurmkiste raus an die frische Luft. Damit komme ich super klar.


Das klingt ja nach so viel Aufwand? Es mag vielleicht auf den ersten Blick so wirken, gleichzeitig ist es keine große Sache, eine Wurmkiste raustragen (oder zu schieben – unsere hat sogar Rollen).

Mal ganz ehrlich: Welches Auto muss nie in die Reparatur? Welcher Backofen nie gereinigt werden? Welches Bett muss nie gelüftet und gewaschen werden? Ich habe an meinen kleinen Tätigkeiten für die Wurmkiste gefallen gefunden. Ich denke, es ist nur ganz natürlich, dass nicht alles von alleine läuft. Manchmal muss ich etwas helfen, damit es unseren Würmern gut geht.


Der Bonus:

Ich liebe es zu sehen, wie der Jüngste eine Art Beziehung zu unserer Wurmkiste und ihren Bewohnern aufbaut. Es ist eben spannend, was dort passiert. Und umweltfreundliche, praktische Helferlein sind unsere Würmer alle mal.


Du hast meinen ersten Beitrag zur Wurmkiste verpasst? Hier findest du ihn.

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