Frau und Hund im Feld. Nachhaltige Kleidung. Fair Fashion.
#achtsam,  #plastikfrei

Shopaholic trifft Nachhaltigkeit

Lesedauer: 5 Minuten

Ob mit einer Freundin in der Stadt oder mit dem Handy im Online-Shop, früher war Shoppen eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. An sich ist da nichts Wildes dran, ich liebe Mode und kleide mich gerne gut ein. Aber mit der Zeit ist der Drang neue Kleidungsstücke zu kaufen immer weniger geworden. Ich besitze einfach genug. Zudem ist meine Garderobe stimmig. Vielleicht kennt ihr das und es geht euch mittlerweile genauso? Vielleicht liebt ihr es aber auch, zu jeder Saison die neuesten Trends auszuprobieren? Wisst ihr was: Das ist alles voll in Ordnung. Was ich heute anbiete, ist Inspiration – wie kann nachhaltiges Shoppen aussehen? Vielleicht ist es ja sogar besser für die Seele (und den Geldbeutel)?

Ich habe drei Fragen mitgebracht, die ich mir seit einiger Zeit stelle. Heute zeige ich euch meine Antworten darauf. Vielleicht mögt ihr euch die Fragen ebenfalls stellen. Was würdet ihr antworten?

Los geht’s:


1. Wie viel kaufe ich eigentlich?

Wir haben so viel Kleidung. Ich kenne wirklich keine meiner Freundinnen, die zu wenig Kleidung besitzt. Es mag sein, dass die eine mehr Kleider als Hosen besitzt (so wie ich zum Beispiel). Eine andere hat Blusen in allen Farben und Formen. Aber alle haben an sich genug Kleidungsstücke.
Etwas einzukaufen wird uns heutzutage aber auch so leicht gemacht. Wir müssen ja nicht mal mehr in die Stadt fahren und Kleidung in engen Umkleidekabinen anprobieren. Nein, wir können ganz gemütlich zuhause auf unser Paket warten, welches wir dann in Ruhe vor dem heimischen Spiegel betrachten. Ein Klick und schon klingelt es an der Tür.

Das Ganze hat dazu geführt, dass wir immer wieder Neues kaufen. Wir nehmen jeden Trend mit. Wir kaufen uns Produkte für einen Sommer lang. Im nächsten Sommer muss dann etwas anderes her. Diese Farben sind jetzt out, diese Schnitte ebenfalls. Bestenfalls behalten wir die saisonalen Stücke und ziehen sie in einigen Jahren wieder an. Vermutlich nicht. Meistens werden sie einfach weggeschmissen. Natürlich kann man Kleidung auch tauschen, verkaufen oder verschenken. Aber wie viele von uns machen das wirklich?

Wir leben in einer absoluten „Wegwerfgesellschaft“. Ein sehr unschöner Begriff. Aber er soll eigentlich nur aussagen, dass wir nicht für Jahrzehnte kaufen, sondern für ein kurzes Vergnügen.

Als ich über meinen Kleiderschrank und mein Shopping-Verhalten nachdachte, fasste ich für mich den Entschluss, mich davon freizumachen. Ich möchte weniger und bewusster einkaufen. Und die Stücke, die ich habe, wirklich tragen. Tragen, solange sie es eben mitmachen. Denn jedes Kleidungsstück musste hergestellt werden und verbraucht Ressourcen. Das führte mich zu meiner zweiten Frage:


2. Was trage ich da auf meiner Haut?

Jetzt mal ehrlich, wer schaut sich bei jedem Kleidungsstück, dass er kauft an, aus was es ist? Also ich habe das bis vor einigen Monaten nicht getan. Ich hab vielleicht auf den Zettel drauf geschielt, um zu sehen, dass es einen hohen Baumwoll-Anteil hatte, aber was da sonst drinnen ist. Wen juckt’s…?

Ja, wen j u c k t s. Jucken ist hier das richtige Stichwort. Wieso lassen wir es zu, dass wir Stoffe auf unserer Haut tragen, die extrem behandelt sind? Oder die aus Erdöl gewonnen werden? Denn aus was sind die ganzen Polyester, Nylon oder Polyacryl und wie die komischen Begriffe alle heißen? Die sind aus Erdöl. Das sind Kunststoffe. Das, woraus wir auch unser Plastik herstellen. Sind wir nicht alle grad dran, Plastik zu reduzieren? Aber unsere Kleidung lassen wir außen vor.

Am besten sind die Stücke dann auch noch schlecht produziert und gehen nach kürzester Zeit kaputt. Oder die Arbeitsbedingungen, unter denen sie geschaffen worden sind, sind schrecklich. Muss das alles sein?


Die Alternative

Es gibt so wunderschöne natürliche Stoffe. Bio-Baumwolle, Bio-Wolle, Bio-Leinen, Tencel, Hanf, Seide… da wird sich doch etwas für uns alle finden lassen. Ich hab also beschlossen, künftig keinen Müll mehr zu kaufen.

Denn Müll trifft es ganz gut. Wisst ihr, was passiert, wenn man Kunstfasern wäscht – wieder und wieder? Ähnlich wie mit dem Plastik in der Küche, was wir besitzen, lösen sich kleine Teile davon ab. Die nennt man Mikroplastik. Dieses gelangt in unser Wasser, auf unsere Wiesen, wird von den Tieren gefressen, gelangt wieder in unseren Körper. Es ist ein gruseliger Kreislauf. Denn Plastik baut sich nicht einfach ab. Es verschwindet nicht. Es zerfällt über die Jahrzehnte in winzig kleine Teilchen. Bei Plastikflaschen geht man davon aus, dass diese ca. 450 Jahre benötigen, bis sie zerfallen. 450 Jahre? Plastikflaschen werden erst seit rund 80 Jahren hergestellt. Wir haben also etwas geschaffen, was auch noch unsere Ururururururururururururururururenkel belastet.

Wie können wir das lösen? Erstens, einfach keine Kunstfasern mehr kaufen. Es gibt mittlerweile so viele wundervolle Marken, die umwelt- und hautfreundlich produzieren. Zweitens, mit den Kunststoffen, die wir haben, vorsichtiger umgehen. Das heißt, nicht so heiß waschen, seltener waschen, einen Filter nutzen oder einen Beutel. (Ich glaube, hierüber schreibe ich demnächst einen weiteren Blogartikel).

Damit kommen wir zur letzten Frage.


3. Was für Stücke kaufe ich?

Jeder kennt den Spruch: „Kleider machen Leute“. Immer wieder sehe ich das bestätigt. Wir urteilen schnell über andere. Und am leichtesten geht das eben mit einem Blick auf das, was der Gegenüber trägt. Gruselig. Aber es ist einfach so. Das, was wir in unserem Kleiderschrank haben und das, was wir täglich auf unserer Haut tragen, sind ein guter Spiegel dafür, wie wir wollen, dass andere uns sehen.

Zum Beispiel die zu enge Jeans, die ich besitze. In der sehen meine eh sehr schlanken Beine noch schlanker aus. Nur seh ich wie gesagt doch eh schon so schlank aus. Muss mein Bauch dafür eingeengt werden? Warum hab ich mir die damals gekauft? Ich wusste, ich würde nicht dünner werden, falls ihr das denkt. Auf gar keinen Fall will ich auch nur ein Kilo abnehmen und das ist auch ok so. Warum wollte ich mir also antun, dass sie am Bauch ganz schön drückt? Eitelkeit, Unsicherheit, Schönheitsideale?! Alles so Begriffe über die man jetzt diskutieren kann. Aber mir geht es um etwas anderes. Ich möchte ein Bewusstsein schaffen. Ein Bewusstsein dafür, was wir da tragen. Es geht mir nicht darum, dass wir alle in Öko-Klamotten durch die Gegend laufen. Oder nur noch praktische Kleidung haben. Hier geht es darum, sich überhaupt zu fragen, was ich da trage.

Kleidung definiert nicht, wer wir sind. Wir sind wir. Egal, was wir tragen. Wie viel schöner wäre es, wenn wir uns stark, mutig, schön und angenommen fühlen – einfach weil wir es sind – nicht weil wir ein bestimmtes Kleid oder Top tragen. Das wäre cool. Dann gäbe es vermutlich den Marken-Neid nicht, der mittlerweile bereits in Grundschulen existiert.

Darum noch einmal ganz deutlich:

Du definierst dich nur durch dich. Du bist gut. Du bist wundervoll. Du bist mutig. Du bist stark. Egal, was du trägst. ♥


Mehr Beiträge zum Thema Plastikfrei findet ihr hier. Euch interessiert Achtsamkeit im Alltag? Schaut mal hier.


T-Shirt Alternative

Euch gefällt das T-Shirt, das ich anhabe? Es ist von @nanima.shop. (Unbezahlte Werbung). Dort bekommt ihr fair hergestellte T-Shirts aus Bio-Baumwolle. Und das Beste daran: Bei eurer Bestellung könnt ihr entscheiden, ob 3€ des Erlöses an den Umwelt- oder Tierschutz gehen sollen. NANIMA hat sich nämlich zur Aufgabe gemacht, mit ihrem Start-Up Gutes für die Umwelt und die Tierwelt zu tun. Jeden Monat unterstützen sie eine andere Organisation. Mega! Ich finde, wir brauchen mehr solcher Initiativen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.