Kein grünen Daumen? Kein Problem. Nutz einfach Pflanzen-Karten.
#grünerdaumen

Schöne Zimmerpflanzen? Es geht auch ohne grünen Daumen!

Lesedauer: 4 Minuten

Ich wurde ohne grünen Daumen geboren. Als der liebe Gott im Himmel die Talente fürs Gärtnern vergab, muss ich grade beschäftigt gewesen sein. Leider wurde mir der grüne Daumen auch nicht vererbt. Während mein Opa die Rosen im Garten nur anschauen und meine Oma ihre Orchideen nur streicheln muss, sterben bei mir alle Pflanzen nach 2 Jahren. (Jedenfalls bis vor kurzem).

Kakteen hatten es bei mir besonders schwer. Die schaffte ich meist innerhalb kürzester Zeit – was brauchen die denn auch so wenig Wasser? Ich gieße doch so leidenschaftlich gerne viel, wenn ich dann gieße.

Kurz: Meine Pflanzen waren keine Fans von mir. Und wer konnte es ihnen verübeln? Wer kennt das nicht: Kurz beim Ikea-Einkauf noch eine Pflanze in den Wagen getan. Ist daheim eine Pflanze „kaputt gegangen“, wird einfach eine Neue besorgt.

(Lediglich der Geldbaum, den ich von meiner Oma bekam, hat einige Jahre bei mir gut gelebt. Der hatte wohl Mitleid mit mir).

Jedenfalls ist seit kurzem Schluss damit. Es hat Klick gemacht. Ich wünschte mir mehr Pflanzen in unserer Wohnung. Vor allem Pflanzen, die fröhlich vor sich hinwachsen und nicht sterben. Ich musste einfach akzeptieren, dass ich keinen grünen Daumen, dafür aber eine Liebe für die Pflanzenwelt habe. Ich entschied also, in mehr Harmonie mit unseren Pflanzen zu leben.

Wie bin ich vorgegangen?

Der erste Schritt war eine Bestandsaufnahme all unserer Zimmerpflanzen. Ich holte sie mir ins Wohnzimmer und begann zu recherchieren. Vereinfacht gesagt gab es lediglich zwei Gründe, warum Pflanzen und ich nicht klar kamen: Falsche Pflege und falscher Standort.

Was hab ich getan? Ich hab die Pflanzen an die richtigen Orte gestellt und sie richtig gepflegt. Überraschung; so einfach geht’s!

Na gut, ganz so einfach ging es dann doch nicht. Immerhin musste ich die meisten Pflanzen erst mal in größere Übertöpfe umtopfen (Oder wie heißen diese schrecklichen Plastikdinger, in die wir unsere Pflanzen stecken? Ja, mittlerweile gibt es diese Hüllen auch aus recyceltem Plastik. Aber jetzt mal ehrlich, da würde ich nicht gerne drin leben wollen). Nach dem erfolgreichen Umtopfen in ihre neuen Behälter stand ich aber vor einer größeren Herausforderung. Ich hatte immer noch keinen grünen Daumen. Ich musste mir also was einfallen lassen.

Was hab ich mir ausgedacht?

Ich schnappte mir klassische Karteikarten, die ich noch von einem Workshop hatte und fing an, für jede Pflanze einen Steckbrief zu erstellen. Der Jüngste aus der Familie half mir dabei, was ihr auf dem Foto wunderbar erkennen könnt. Jede Pflanze bekam also ihre eigene Karte mit Name, Passfoto, Lieblingsstandort und Pflegeanleitung.

Eine unserer Korbmaranten sah z.B. ziemlich unglücklich aus, weil sie erst lange in der prallen Sonne, dann in einer viel zu dunklen Ecke gestanden hatte.

Mit Hilfe der Karteikarten ordnete ich alle Pflanzen in unserer Wohnung neu an. Jede Pflanze bekam einen neuen Platz und dort, wo Lücken entstanden (z.B. direkt vorm Fenster oder im Bad) konnte ich neue, geeignete (!) Pflanzen kaufen. Jetzt stehen alle Pflanzen da, wo es ihnen gut tut. Welche Pflanzen du für deine Wohnung auswählst, ist natürlich ganz dir überlassen. Ich habe versucht Pflanzen zu finden, die möglichst ungiftig (wegen Hund) und gut für die Raumluft (wegen Gesundheit) sind.

Damit das ganze Freude bereitet, habe ich mir einen Partner zum Pflegen der Pflanzen gesucht = den Jüngsten aus unserer Familie. Wer sagt, dass man mit 9 Jahren nicht klasse helfen kann? Mit ihm macht es mir mehr Spaß, uns um unsere grünen Mitbewohner zu kümmern. Wir schnappen uns jetzt regelmäßig unsere Karteikarten, unsere Gießkanne & Sprühflasche und ziehen damit von Pflanze zu Pflanze. Wir prüfen, wie es ihnen geht und bewässern sie je nach Bedarf. Die eine wird getaucht, die andere ab und an besprüht. Steht ja schließlich alles genau auf unseren Karteikarten. Wieso nicht spicken? Anders als in der Schule bin ich überzeugt: Wer keinen grünen Daumen hat, darf spicken!

Und die Moral von der Geschicht. Hab Mut und entdeck deine Pflanzen neu. Es macht richtig Spaß, sich so um sie zu kümmern. Auch ohne grünen Daumen kannst du ein grünes Zuhause haben.

Bei Instagram verrate ich dir heute in meiner Story, wie man unsere Pflanzen pflegt. Und wer von euch auch keinen grünen Daumen hat und schnell genug ist, dem werde ich eine kleine Anleitung für seine Pflanzen erstellen! ♥

Unsere grünen Mitbewohner. Einige sind sehr fröhlich, andere werden zur Zeit noch etwas aufgepäppelt.

One Comment

  • Lisa

    Ach du bist ja eine! Kein grüner Daumen, aber kreativ hoch 10 – das mit den Kärtchen ist ne super Idee. Ich habe eher einen grünen Daumen. Intuitiv. Frag mich nicht vorher. Nur mit einem kann ich nicht: unserem „Baum“, ein Ficus. Aber ich glaube, der mag mich einfach nicht.

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