Roadmap: So startest du nachhaltig durch

Du möchtest nachhaltiger leben – vielleicht hast du auch schon damit begonnen? Ich zeige dir, wie du deinen Alltag nachhaltiger gestalten kannst und stelle dir sechs Bereiche vor. Ob du dir gleich einen ganzen Raum in deinem Zuhause vornimmst oder erst mal mit kleinen Schritten beginnst, das kannst nur du entscheiden. Ich hoffe, dass wir dich inspirieren können, den ersten Schritt zu machen. Der erste Schritt ist der Wichtigste!



#1 Badezimmer

Plastikfreies Bad. Plastikfrei leben. Plastikfrei duschen.

Nirgends lässt es sich so leicht ins nachhaltige Leben starten wie im Bad. Du kannst unverpackte Seife statt Seife aus der Plastikflasche nutzen. Ob Duschgel, Shampoo oder Deo – all das bekommen wir heute auch als Stück, ganz ohne Plastikverpackung. Ein Rasierhobel kann den Wegwerf-Rasierer ersetzen.

Frau nutzt Zahnseide. Plastikfreie Alternative.

Auch Zähne putzen kann nachhaltig sein. Achte bei deiner Zahnseide und Zahnpasta auf die Herstellung und Verpackung. Meine Zahnseide hat z.B. eine Verpackung aus Pappe.

Einiges kannst du sogar selber machen, wie z.B. Bodylotion. Selbst mein Trockenshampoo aus der Sprühflasche habe ich durch eine vegane, plastikfreie und natürliche Alternative ersetzt. Und wie die Haare erst duften!

Nachhaltige Schminke.

Sich nachhaltig schminken? Natürlich geht auch das. Die Tiegel sind aus Holz, lediglich das Innere wird ausgetauscht.

Besonders im Badezimmer lohnt ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Was für Produkte nutze ich eigentlich? Was steckt da drin?

Geht das auch natürlicher (→ Naturkosmetik)
umweltfreundlicher (→ unverpackt & ohne Chemie)
und tierfreundlicher (→ tierversuchsfrei & vegan) ?

Im Badezimmer können wir uns nachhaltig so richtig austoben. Mittlerweile haben wir zuhause viel weniger Produkte. Dafür sind diese hochwertiger und besser für unsere Körper & die Umwelt. Das allerbeste daran: Ich weiß ganz genau, was in den Produkten drin steckt. Und mit einem Kind im Haus, dass zu Neurodermitis neigt, ist mir dies besonders wichtig.



#2 Kleiderschrank

In meinem Kleiderschrank türmen sich Berge von Kleidern, Blusen und Jeans. Fair produziert und gut zur Haut & Umwelt sind davon leider nur wenige der Teile. Dies soll sich zukünftig ändern. Grade im Kleiderschrank lässt sich Nachhaltigkeit leben. Frag dich beim nächsten Kauf eines Stückes, ob du es wirklich brauchst. Wie wurde es produziert, aus welchem Material ist es? Gibt es das Teil vielleicht Second hand?

Statt Fast Fashion zu kaufen, steig auf Fair- und Slow Fashion um. Leider wird so viel Kleidung zu unfairen, umweltschädlichen Bedingungen produziert. Kunstfasern & Chemie will ich einfach nicht mehr auf meiner Haut tragen. Unser Haut ist unser größtes Organ. Es ist ein Irrtum, dass nichts in sie eindringen könne.

Nachhaltig gerne, aber du magst den Öko-Look nicht? → Du musst dich nicht jeden Tag in weite Leinen hüllen, es gibt so wunderschöne nachhaltige Mode. Das fängt bei deiner Unterwäsche an (grade die tragen wir so eng auf der Haut), geht über Jeans, Tops und Kleidern bis zu den Schuhen, die wir tragen. Nachhaltige Gummistiefel, gibt es sowas überhaupt?

Wie und ob du deinen Kleiderschrank nachhaltiger gestaltest, ist ganz dir überlassen. Du kannst ihn ausmisten, oder einfach bei deinen nächsten Käufen genauer hinschauen. Auch hier ist ein kleiner, erster Schritt wichtiger als gar keiner.



#3 Küche

Neben dem Badezimmer lässt es sich auch in der Küche sehr gut ins nachhaltige Leben starten. Ganz nach dem Motto „weniger ist mehr“, könnt ihr eure Einkäufe unverpackter, regionaler und saisonaler gestalten. Glas bietet sich als Alternative zu Plastikverpackungen an. Achte hier besonders darauf, dass die Flaschen gut recyclebar oder wiederverwendbar sind. Flaschen mit Emblemen ins Glas gebrannt werden durchs ganze Land zum Anbieter zurückgeschickt, was für die Öko-Bilanz nicht gut ist. Vielleicht willst du dein Müsli zukünftig eh lieber in Glasbehältern aufbewahren und behältst sie bei dir. So haben wir zuhause schon das ein oder andere Joghurtglas zum Vorratsglas umfunktioniert.

Plastikfreier Wasserkocher. Wasserkocher aus Glas.

Wichtig ist, dass nicht gleich alles an Plastik aus der Küche verbannt und weggeschmissen wird. Das wäre nicht sehr nachhaltig gedacht. Besser ist es, Dinge solange zu nutzen wie möglich – und sie danach durch eine nachhaltigere Alternative zu ersetzen. So haben wir das mit unserem Wasserkocher gemacht. Der ist nun aus Glas.

Ihr wollt keine Plastikbrotdosen mehr nutzen? Es gibt schöne Alternativen aus Edelstahl. Die alten Brotdosen könnt ihr z.B. als Aufbewahrung für Stifte, Büroklammern oder Fußballkarten nutzen. So schaffen wir auch gleich mehr Ordnung im Haus.

Tschüss Plastikflasche & to go Becher.
Hallo Glasflasche und Thermobecher!

Tschüss Alufolie & Frischhaltefolie.
Hallo Bienenwachstücher!

Tschüss, Wegwerf-Servierten.
Hallo Stoffservierten!

Tschüss Küchenrolle.
Hallo Küchentuch!

Umweltfreundliches Spülmittel, Frühstücks- und Schneidebretter aus Holz, langlebige Spülbürsten statt Wegwerf-Schwämme, loser Tee statt Beuteln. Es gibt soooo viele Möglichkeiten und Ideen unsere Küchen nachhaltiger zu gestalten. Ich bin gespannt, mit was du beginnen würdest.



#4 Garten

Sich mit Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten versorgen zu können, ist ein Traum vieler Menschen. Auch von mir. Deshalb haben wir seit dem Frühjahr ein Hochbeet, in dem Mohrrüben, Erdbeeren, Süßkartoffeln und Brokkoli fleißig wachsen.

Wer viel Zeit und Platz im Garten hat, kann sich Beete anlegen, in denen ganzjährig Gemüse wächst. Eine Selbstversorgung aus dem eigenen Garten ist wohl die nachhaltigste Möglichkeit, sich zu versorgen. Es gibt schlicht keine Transportwege. Würde ich unsere Familie mit ausreichend Gemüse und Obst versorgen wollen, bräuchte ich allerdings eine viel größere Anbaufläche. (Und mehr Zeit). Wem dies zu viel Arbeit ist oder wer schlicht keinen Garten hat, der kann sich ein Hochbeet für den Balkon zulegen. Vielleicht ja sogar selbstgebaut. Auf dem kleinen Balkon meiner Schwester schießen die Kräuter nur so in die Höhe.

Auch wenn sie uns manchmal lästig erscheinen, ohne Bienen, Hummeln, Wespen, Fliegen, Würmer, Grashüpfer, Marienkäfer und all die anderen Insekten würde es unsere Natur (und unsere Landwirtschaft) gar nicht geben. Eine nachhaltige Idee ist daher die umweltfreundliche Gestaltung des Gartens. Statt einem für die Natur tristen Steingarten, bietet sich eine Blumenwiese an. Ein ganzjähriges Angebot an blühenden Pflanzen ist wichtig, weil Insekten das ganze Jahr über versorgt werden wollen. Nicht nur im Sommer. Es gibt sogar besonders bienenfreundliche Blumen, Sträucher und Bäume, mit denen du die Bienen und restliche Insektenwelt unterstützen kannst. Bienen lieben die Pflanzen am meisten, an deren Nektar sie gut herankommen. Eine Insektentränke, ein Vogelhäuschen oder ein Wildbienenhotel sind weitere kleine Maßnahmen, mit denen wir unsere Gärten, aber auch unsere Balkone umweltfreundlicher gestalten können. Nicht nur, dass wir damit der Natur etwas Gutes tun. Die Insekten sorgen auch dafür, dass bei uns in den Gärten alles besser wächst und gedeiht.



#5 Fortbewegung

Cargobike. Mann mit Hund und Fahrrad. Nachhaltige Fortbewegung.

Fahrrad und Öffis statt Auto. Zug statt Flugzeug. Nachhaltigkeit spielt besonders bei unserer Fortbewegung eine große Rolle.

Wer kennt das nicht? An schönen Tagen nehmen wir gerne das Rad. Für größere Einkäufe (und längere Strecken) dann doch das Auto. Bei uns ist das jetzt anders. Mein Freund hat sich vor einigen Monaten einen Traum verwirklicht: Er fährt nun ein Cargobike. Ein elektrisches Lastenrad. Das Auto lassen wir immer häufiger stehen. Je nach Modell und Ausstattung bietet so ein Cargobike Platz für 2 Kinder, einen Hund oder den Großeinkauf. Man kann damit aber auch einfach nur zur Arbeit düsen. Es macht nämlich Spaß damit zu fahren.

Wer seinen Alltag nachhaltiger gestalten möchte, muss nicht gleich ein Lastenrad kaufen. Häufiger mal das Auto stehen lassen wäre schon mal ein Anfang. Nicht jeden Urlaub in die Ferne fliegen ebenso. Auch die Wahl des Autos hat Auswirkungen auf deinen ökologischen Fußabdruck.



#6 Haustiere

Meine Hündin ist mein Fels in der Brandung. Schade, dass ihre Öko-Bilanz (noch) so schlecht ist. Ihr Futter besteht zu großen Teilen aus Fleisch – während ich zunehmend vegan lebe. Ihre Häufchen kommen in Plastiktüten. Geht das nicht anders, hab ich mir gedacht? Klar, auch unsere Haustiere können nachhaltiger leben.

Häufchenbeutel. Hundehaufen. Kotbeutel. Nachhaltige Hundekotbeutel. Umweltfreundlich.

Bei den Häufchenbeutel ihrer Hunde scheiden sich die Geister der Besitzer. Auch meine Suche nach nachhaltigen Kotbeuteln gestaltete sich schwierig. Die perfekte nachhaltige Lösung habe ich noch nicht gefunden, aber ich bin nah dran. Statt herkömmliche Plastikbeutel zu verwenden, kannst du Beutel aus recyceltem Plastik verwenden. Es gibt mittlerweile auch plastikfreie, teils kompostierbare Alternativen. Auch wenn diese trotzdem nicht in den Biomüll gehören (!), dann sind sie besser als herkömmliche.

Hannah, Grace und nachhaltige Fusselbürste

Haart deine Fellnasen auch so stark? Statt eine Fusselbürste zu nutzen, die Unmengen an Streifen Müll produziert kannst du auf nachhaltige Alternativen umsteigen. Die bestehen zwar teils auch aus Kunststoff, dafür kannst du diese Bürsten für immer nutzen. Hier landet nichts im Müll. Außer den Haaren natürlich. 😉

Hannah, Grace und die Wurmkiste von www.wurmkiste.at

Du willst mehr Haustiere? Kein Problem. Bei uns leben seit einigen Monaten 500 Regenwürmer im Wohnzimmer in einer Holzkiste. Statt Biomüll zu produzieren, der dann einfach im Müll landet, kannst du dir eine Wurmkiste zulegen. Die Würmer snacken deinen Abfall und im Gegenzug erhältst du von ihnen Kompost und Dünger für deine Pflanzen.


Nachhaltig leben kann so einfach sein. Wir müssen uns nur entscheiden, wo wir anfangen wollen.
An was kann ich mich orientieren? Mit den 6 R’s zur Orientierung leicht ins nachhaltige Leben starten.
Du weißt noch nicht ganz genau, was Nachhaltigkeit überhaupt ist? Was „nachhaltig“ noch mal bedeutet erkläre ich dir hier.