Hund und Hochbeet. Magyar Vizsla.
#grünerdaumen

Bau dir ein Hochbeet!

Lesedauer: 5 Minuten

Dass ich keinen grünen Daumen habe, habe ich euch bereits in einem meiner letzten Beiträge verraten. Aber wie auch bei unseren Zimmerpflanzen, soll mich dies nicht davon abhalten, unser Zuhause – und in diesem Fall speziell unseren Garten – grüner werden zu lassen. Vielleicht geht es euch ähnlich. Der Wille ist da, aber das Talent eher weniger? Macht nichts. Gerade beim Gärtnern geht PROBIEREN über studieren.

Der Gedanke, sich selbst mit Gemüse aus dem Garten versorgen zu können, reizt mich schon seit längerem. Wer aber wie wir nur einen kleinen Garten hat oder vielleicht nur einen Balkon, für den ist es lediglich ein Wunschgedanke. Damit wir unsere ganze Familie mit Gemüse & Obst versorgen könnten, bräuchten wir v i e l größere Anbauflächen. Und viel mehr Zeit. Denn natürlich kostet es Zeit, den Garten zu hegen und zu pflegen. Wie wäre es also damit, klein anzufangen? Das haben mein Freund und ich uns jedenfalls gedacht und mit einem (vermeintlich) kleinen Hochbeet gestartet.


Welches Hochbeet darf es sein?

Zuallererst stand die Frage im Raum, ob wir uns das Hochbeet fertig aus dem Baumarkt holen oder selber kreativ werden. Im Internet gibt es viele Anleitungen, wie man sich ein Hochbeet selber bauen kann. Da ich aber weder einen grünen Daumen noch überdurchschnittlich handwerklich begabt bin, beschlossen wir, es mit einem Selbstbauset zu versuchen (Unbezahlte Werbung). Wir bestellten ein Hochbeet aus unbehandelten Holz im Internet und ließen es zu uns nach Hause liefern. (Corona war grade angelaufen). Wir wollten kein Hochbeet aus Kunststoff, es musste Holz sein. Dass die Bretter für das Hochbeet in einer Menge Plastik eingewickelt waren, hatte ich zuvor jedoch nicht bedacht. Nächstes Mal würden wir selber in den Baumarkt fahren. Jetzt darf man das ja auch wieder.


Die Verpackungsreste:


Wir bauen ein Hochbeet

Unser Hochbeet zusammenzubauen entpuppte sich als Tagesaufgabe. Erst als es schon begann dunkel zu werden, waren wir fertig. Ob das jetzt daran lag, dass wir eher langsame Handwerker sind oder an den eine Million Schrauben, die in die Bretter geschraubt werden mussten…ich weiß es nicht. Es war jedenfalls ein langer, aufregender, anstrengender und gleichzeitig lustiger Tag.

Randnotiz: Wer sich auch ein Hochbeet für die Terrasse, den Garten oder den Balkon zulegen möchte, dem empfehle ich, dies nicht alleine aufzubauen. Zu zweit oder dritt geht es schneller und man kann sich viel besser darüber zoffen, wer nun die Bretter schief angeschraubt hat. 😉

Am Ende des Tages war es vollbracht. Unser Hochbeet stand auf unserer Terrasse. Es war jedoch größer als angenommen. Natürlich hatte ich vorher alles mit einem Maßband abgemessen. Aber ganz aufgebaut wirkte es dann doch noch einmal ganz anders. Wir hatten nun also eine r i e s i g e Holzkiste bei uns stehen.


Das Hochbeet befüllen

Als nächsten Schritt mussten wir uns daran machen, dass Hochbeet wie bei einem Schichtsalat zu befüllen. Dass das noch schwieriger als der Aufbau werden würde, hätte ich vorher nicht gedacht. Unser Hochbeet wollte sich einfach nicht füllen lassen. Wir holten Ladungen von großen Ästen, kleinen Ästen, Laub & Grünschnitt, Pferdedung und als letztes Erde, aber das Hochbeet wollte immer mehr. Wie eine gefräßige Raupe stopften wir 2-3 Wochen lang das Hochbeet voll. Dann war es vollbracht. Das Beet hatte sich etwas „gesetzt“ und die ersten Pflanzen hätten einziehen können. Wären da nicht die Eisheiligen gewesen.

Also warteten wir geduldig bis die Eisheiligen vorbei waren und pflanzten unsere ersten Sprösslinge: drei Erdbeerpflanzen, eine Süßkartoffel-Pflanze und etwas Basilikum, Schnittlauch und Rosamarin. Kommende Woche sollen noch Möhren dazukommen. Diese müssen nicht vorgezogen werden, sondern kommen als Samen direkt in die Erde. Wo wir beim entscheidenen Thema sind. Was kommt in euer Hochbeet?

Süßkartoffel Setzlinge. Aufzucht. Gärtnern.


Das Hochbeet bepflanzen

Schon in den Wochen bevor unser Hochbeet bei uns einzog, recherchierte ich nach den perfekten Pflanzen für unser erstes Hochbeet. Da der Boden im ersten Jahr voller Nährstoffe steckt, eignet sich nicht alles Gemüse im ersten Jahr. Sogenannte Starkzehrer, die also viele Nährstoffe benötigen, sind die richtigen Kandidaten für das erste Jahr. Im zweiten Jahr werden dann Mittelzehrer gepflanzt, die etwas weniger Nährstoffe zum Wachsen benötigen. Im dritten/letzten Jahr werden nur noch Schwachzehrer gepflanzt, die kaum Nährstoffe benötigen. Danach sollte der Inhalt des Hochbeetes erneuert werden.


Einige Beispiele:

  • Starkzehrer: Kartoffeln, Kohl, Lauch, Sellerie & Tomaten
  • Mittelzehrer: Fenchel, Spinat, Salat & Kohlrabi
  • Schwachzehrer: Bohnen, Erbsen, Kräuter & Feldsalat

Soweit die Theorie. Wir entschieden uns letztlich für Möhren, Süßkartoffeln und Erdbeeren. Warum genau diese drei Sorten? Weil jeder sich etwas für das Hochbeet wünschen durfte. Der Jüngste wollte Erdbeeren, mein Freund Karotten und ich Süßkartoffeln. Da es bei Gemüse und Obst wahre Freunde und Feinde gibt, ist es wichtig zu schauen, ob nebeneinander wachsendes Gemüse/Obst sich verträgt. In unserem Fall hatten wir Glück und unsere Kandidaten kommen alle ok miteinander aus. In unserem Hochbeet gibt es keinen Hate. 😉

Anders als die Möhren müssen die Süßkartoffeln und Erdbeeren vorgezogen werden. (Auch etwas, was ich neu gelernt habe). Sie kommen als kleine Pflänzchen in das Hochbeet, nicht als Samen wie die Möhren. Um den lokalen Handel zu unterstützen machten wir uns auf zur Klostergärtnerei Riddagshausen. (Unbezahlte Werbung). Da ich mir nicht sicher war, ob wir dort Süßkartoffelpflanzen (eher selten!) finden würden, hatten wir bereits vor einigen Wochen angefangen, einige Süßkartoffeln großzuziehen. Ich bin so gespannt, ob die „Aufzucht“ unser Süßkartoffelpflanze klappen wird. Mehr dazu erfahrt ihr auf jeden Fall in einem späteren Beitrag.

Tatsächlich gab es bei der Gärtnerei Süßkartoffelpflanzen, sodass wir eine vorab einpflanzen konnten. Nun heißt es Daumendrücken, dass irgendwas in unserem Hochbeet wächst – außer Unkraut versteht sich. Wir sind jedenfalls alle super gespannt. Unsere Nachbarin sagt immer, dass Gärtnern „reines ausprobieren“ ist: Gedeiht etwas, freu dich dran. Gedeiht es nicht, reiß es aus und beginn von vorne. So werden wir es auch handhaben. Wir probieren es in diesem Jahr aus und erfreuen uns an unserer neuen, grünen Holzkiste auf der Terrasse!

Wer bekommt da nicht Lust, selber zu Gärtnern? Bau dir (d)ein Hochbeet! ♥


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